Minimal Invasive
Analfistel-Chirurgie

Leonid Sverdlov
Arzt für Chirurgie

Was ist eine Analfistel?

Eine Analfistel erkennt man an einer kleinen eitrigen Öffnung an der Haut in der Analregion. Eine zweite Öffnung lässt sich im Darm, üblicherweise direkt hinter dem Darmausgang finden. Diese Öffnung entspricht oft der Mündung einer Darmdrüse. Die wie der Darm mit Epithelzellen ausgekleidete Drüse hat beim Menschen keine Funktion, kann sich jedoch entzünden und in einen Abszess, dann um eine Fistel verwandeln. In den meisten Fällen ist offensichtlich eine akute oder chronische Analfissur (Schleimhautriss) für die Abszess-, dann Fistelbildung verantwortlich.

Wie entsteht eine Analfistel?

Die Fistelentwicklung beginnt mit der Entzündung und Abszessbildung in der Drüse oder in der Fissur - oft mit stumpfen drückenden Schmerzen und Fieber. Sobald der Abszess vom Chirurgen durch die Haut gespaltet wird oder sich nach außen selbständig entleert, bildet sich die akute Entzündung zurück, Schmerzen und Fieber verschwinden, die Hautwunde wird langsam kleiner. Ein dünner Kanal verbindet nun die Hautwunde mit der Drüse oder mit der Fissur. Der Fistelgang verläuft mal oberflächlich, vor dem Schließmuskel, mal tief, durch den Schließmuskel, mal noch tiefer, hinter ihm.

Warum lassen sich Analfisteln schwer behandeln?

Analfisteln heilen ohne Operation - im Unterschied zu anderen bekannten Dickdarmfisteln - nur selten. Der Hauptgrund dafür: Die Wand einer Analfistel besteht nur im äußeren, hautnahen Bereich aus Bindegewebe; unmittelbar am Darm sind die Fistelwände mit dem Epithel ausgekleidet und können dadurch nicht zusammenwachsen. Eine Entfernung des Epithels ist daher ein wichtiger Bestandteil jeder radikalen Fisteloperation. Ein weiterer ungünstiger Faktor liegt in der Anatomie: der Fistelgang verläuft immer nah dem Schließmuskel. Operative Maßnahmen an der Fistel bringen somit eine Gefahr der Muskelverletzung mit möglicher Stuhlinkontinenz.

Welche Komplikationen einer Fistel können entstehen?

Falls der Abfluss aus der Fistel erschwert ist, kann sich der Eiter in die tieferen Gewebeschichten verbreiten, dann entstehen weitere Fistelgänge oder Abszesse; dabei kommt es zur wesentlichen allgemeinen Verschlechterung. Hier kann nur eine vollwertige Drainage von eitrigen Herden helfen, ggf. durch einen chirurgischen Eingriff. Die Fistelbeseitigung erfolgt dann im zweiten Schritt, wenn keine akute Entzündung mehr besteht.

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